Der Rhein, dieser stolze Fluss, der Köln durchzieht, hat nicht nur viel zu erzählen, sondern auch einiges an Unrat zu bieten. Fünf Jahre nach den ersten Ankündigungen der Stadt Köln, dass E-Scooter und Fahrräder, die im Wasser versenkt werden, geborgen werden müssen, sieht die Realität leider ganz anders aus. Viele dieser kleinen Gefährte dümpeln nach wie vor im Flussbett – ein echtes Umweltproblem und ein Zeichen dafür, dass die Vereinbarungen mit den Verleihunternehmen nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Die Stadt Köln hatte bereits 2021 angekündigt, dass die Betreiber von E-Scootern und Leihrädern die Verantwortung für die Bergung übernehmen sollten. Aber wenn man sich die Ergebnisse der ersten Bergungsaktion anschaut, wird schnell klar, dass das nicht viel gebracht hat: Von rund 60 Fundstellen wurden nur elf E-Scooter geborgen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, könnte man sagen – die Stadt selbst wertete das Vorgehen als unzureichend.

Der Verein K.R.A.K.E. ist aktiv am Kölner Altstadtufer, wo die Bergung dieser versenkten Fahrzeuge stattfindet. Christian Stock, einer der engagierten Helfer, ist gesichert an zwei Seilen und kämpft sich durch die tückische Strömung des Rheins – eine gefährliche Angelegenheit, vor allem bei Niedrigwasser. Die E-Scooter sind oft voll Wasser und mit Algen bewachsen, was sie zu wahren Schwergewichten macht. Trotz seiner Erfahrung, der in den letzten fünf Jahren etwa 260 E-Scooter aus dem Rhein geholt hat, bleibt die Unterstützung durch die Verleihfirmen aus. Drei Unternehmen hatten zwar Interesse bekundet, aber am Einsatzort war dann niemand zu sehen. Immerhin waren ein paar Passanten, darunter auch Besucher aus Essen, so nett, spontan zu helfen. Es ist schon komisch, dass die Stadt ein Abstellverbot für E-Scooter am Rheinufer eingeführt hat – und das scheint nicht wirklich zu funktionieren.

Forderungen nach Verantwortung und Kontrolle

Die Diskussion um die Verantwortung der Verleihunternehmen wird lauter. Es gibt berechtigte Fragen zur Kontrolle der Bergungsverpflichtungen durch die Stadt Köln seit 2021. Es wird gefordert, dass die Betreiber für die Kosten der Bergung aufkommen müssen – schließlich kann nicht die Allgemeinheit oder freiwillige Helfer für die Beseitigung der E-Scooter im Rhein zuständig sein. Ein rechtssicheres Verfahren, das es ermöglicht, die Betreiber für geborgene Scooter in Rechnung zu stellen, wäre hier dringend nötig. Und auch verbindliche Bergungsfristen sowie regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich. Wenn die Betreiber nicht auf gemeldete Fundstellen innerhalb einer bestimmten Frist reagieren, sollten Gebühren oder Bußgelder folgen. Die wiederholte Nichteinhaltung könnte sogar dazu führen, dass die zugelassene Fahrzeugflotte reduziert wird.

Ein weiteres Problem ist die soziale Lastenverteilung zwischen Unternehmen und Stadtgesellschaft. Man fragt sich, wie lange das noch so weitergehen kann. E-Scooter sollen zwar Teil eines vernetzten Verkehrssystems sein, aber nur, wenn sie zuverlässig betrieben und geborgen werden. Die Stadt Köln steht hier in der Verantwortung, transparent zu machen, welche Kontrollen seit 2021 tatsächlich durchgeführt wurden und welche Konsequenzen das hatte.

Umweltfreundlichkeit und Nutzung

E-Scooter werden oft als umweltfreundliche Alternative angepriesen, besonders wenn sie Auto- oder Motorradfahrten ersetzen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Studien zeigen, dass viele Nutzer sie anstelle von Fußwegen oder Fahrrädern nutzen – das ist nicht gerade umweltfreundlich und auch nicht gesund. Eine Umfrage unter mehr als 4000 Nutzenden in Paris zeigt, dass 47 % der Befragten ohne E-Scooter zu Fuß gegangen wären. Nur 8 % hätten eine Autofahrt ersetzt. Damit wird klar: Der Anteil der Nutzer, die tatsächlich von einem Auto auf den ÖPNV umsteigen, ist ziemlich gering. E-Scooter könnten zwar ein nützliches Glied im Umweltverbund sein – also zusammen mit ÖPNV, Fuß- und Radverkehr – aber dazu müssen sie auch richtig eingesetzt werden.

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Die Situation am Rhein ist also nicht nur ein Thema für Umweltschützer, sondern betrifft uns alle. Die E-Scooter sind ein Teil unseres Stadtbildes geworden, aber ihre Pflege und Verantwortung sollte nicht auf den Schultern der Stadt und ihrer Bürger lasten. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Stadt Köln hier endlich Entscheidungen trifft und die Betreiber zur Verantwortung zieht. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Ganze entwickelt und ob wir bald weniger versenkte E-Scooter im Rhein sehen werden.