In Köln, wo das Leben pulsiert und die Straßen immer voller Menschen sind, gibt es auch Geschichten, die das Herz berühren. Eine solche erzählt von Klaus Hermann Klostermann, einem 76-jährigen Mann, der fast blind ist und nur noch etwa 5% seines Sehvermögens hat. Sein treuer Begleiter ist die Hündin Duffy, die ihm täglich hilft, sicher durch die Stadt zu navigieren. Wenn Duffy vor einer Stufe oder einer Straße stoppt, weiß Klaus, dass er vorsichtig sein muss – ein unsichtbares Team, das harmonisch funktioniert.

Klaus erblindete vor einigen Jahren aufgrund von Diabetes. Vor Duffy hatte er bereits einen Assistenzhund namens Peanut, der von Hundetrainer Erik Kersting für seine speziellen Bedürfnisse ausgebildet wurde. Peanut war nicht nur ein Begleiter, sondern konnte auch Unterzuckerung erkennen. Hundetraining ist kein Zuckerschlecken – die Ausbildung eines Assistenzhundes kann bis zu 2,5 Jahre dauern und bis zu 35.000 Euro kosten. Ein hoher Preis für eine treue Seele, die so viel Unterstützung bietet!

Die verschiedenen Arten von Assistenzhunden

Assistenzhunde sind keine Einheitsgröße; sie kommen in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Da gibt es zum Beispiel die LPF-Assistenzhunde, die Menschen im Rollstuhl helfen, oder die Mobilitätsassistenzhunde, die das Gehen und Treppensteigen erleichtern. Dann sind da noch die PTBS-Assistenzhunde, die Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen in stressigen Situationen zur Seite stehen. Auch Signalhunde, die Gehörlosen Informationen über Geräusche wie Klingeln oder Alarm geben, haben ihren festen Platz in dieser Welt. Warnhunde, die drohende gesundheitliche Krisen erkennen – wie bei Epilepsie oder Diabetes – sind ebenso unverzichtbar.

Interessanterweise gibt es auch ESA-Hunde (Emotional Support Animals), die eine etwas andere Rolle spielen. Sie bieten emotionale Unterstützung, etwa bei Demenz, und ihre Ausbildung kostet in der Regel bis zu 5.000 Euro. Ein Beispiel ist Monika Müller, die nach ihrer Parkinson-Diagnose einen Golden Retriever namens Enzo erhielt, um ihren Alltag zu erleichtern.

Finanzierung der Assistenzhunde

Bei all den emotionalen und praktischen Vorteilen, die Assistenzhunde bieten, stellt sich oft die Frage nach den Kosten. Während die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Ausbildung und Anschaffung von Blindenführhunden übernehmen, sieht es bei anderen Assistenzhundarten eher mau aus. Blindenführhunde sind im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung gelistet und gelten als anerkanntes Hilfsmittel. Das bedeutet, die Kassen übernehmen nicht nur die Anschaffung, sondern auch laufende Kosten wie Futter und tierärztliche Versorgung.

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Für andere Assistenzhunde, wie Diabeteswarnhunde oder PTBS-Hunde, ist die Kostenübernahme eher Glückssache. Hier erfolgt die Entscheidung in der Regel im Rahmen einer Einzelfallprüfung, oft mit negativem Ausgang. Ein Antrag muss medizinisch begründet sein, was zusätzliche Hürden mit sich bringt. Es gibt Bestrebungen zur Gesetzesänderung – die BAG Assistenzhunde setzt sich dafür ein, dass auch andere Assistenzhundarten anerkannt werden. Der Weg ist steinig, aber es gibt Unterstützung durch Stiftungen wie die Familie Kühne Stiftung, die bei der Finanzierung von Assistenzhunden hilft.

Die finanzielle Belastung kann enorm sein. Die Kosten für die Ausbildung eines Assistenzhundes in Deutschland variieren stark – von 5.000 bis 40.000 Euro, je nach Ausbildungsart. Fremdausbildung kann bis zu 40.000 Euro kosten, während die Selbstausbildung mit maximal 5.000 Euro zu Buche schlägt. Eine duale Ausbildung, die sowohl den Hund als auch den Halter einbezieht, kann zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie kann man sich das leisten?

Manchmal unterstützt auch die Agentur für Arbeit, wenn der Hund für die Berufsausübung notwendig ist. Persönliche Budgets, die verschiedene Leistungsträger abdecken, können ebenfalls hilfreich sein. Und wer weiß? Vielleicht wird der nächste Antrag auf einen Assistenzhund positiv beschieden. Man muss nur den Mut haben, es zu versuchen.