Heute ist der 23.04.2026, und wir erinnern uns an einen ganz besonderen Menschen, der am 23. April 1961 in Köln-Heimersdorf das Licht der Welt erblickte: Dirk Bach. Ein Name, der in der rheinischen Heimat und darüber hinaus untrennbar mit Humor, Menschlichkeit und einem unermüdlichen Einsatz für die LGBTQ+ Community verbunden ist. Sein plötzlicher Tod im Oktober 2012 im Alter von 51 Jahren hat eine Lücke hinterlassen, die bis heute spürbar ist.
Dirk Bach war nicht nur ein talentierter Komiker und Moderator, sondern auch ein Pionier der deutschen LGBTQ+ Bewegung. Auf seinem Grabstein steht der prägnante Satz: „Und wer tot ist, wird ein Stern“, entnommen aus dem Theaterstück „Der kleine König Dezember“. Diese Worte fangen die Essenz seines Lebens ein – ein Leben voller Leuchtkraft und Engagement. Bach wuchs in einer Familie auf, in der beide Eltern beim WDR arbeiteten, und begann seine künstlerische Karriere im Alter von 17 Jahren am Kölner Schauspielhaus mit einer Rolle in Heiner Müllers „Prometheus“.
Ein Aufstieg voller Lachen und Engagement
Der große Ruhm kam für Dirk Bach 2004 mit der Moderation von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, die er gemeinsam mit Sonja Zietlow über sechs Staffeln hinweg prägte. Sein unverwechselbares Lachen und seine charmante Art machten ihn zu einer festen Größe im deutschen Fernsehen. Auch in der „Dirk Bach Show“ und als Stimme von Urmel in der Sat.1-Verfilmung 2005 hinterließ er bleibende Spuren. Neben seiner komödiantischen Karriere war er auch in dramatischen Rollen überzeugend und führte seine Theaterkarriere durch ganz Europa bis nach New York.
Bach war offen homosexuell und heiratete 1999 symbolisch seinen Lebensgefährten Thomas in Key West, Florida. Sein Engagement für die Rechte der LGBTQ+ Community war unermüdlich. Er setzte sich nicht nur für Gleichberechtigung und Akzeptanz ein, sondern unterstützte auch die Aids-Hilfe Köln. Nach seinem Tod wurde die Lebenshaus-Stiftung für HIV-Positive in „Dirk-Bach-Haus“ umbenannt, was seinen nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft unterstreicht.
Ein bleibendes Vermächtnis
Die Stadt Köln ehrte Dirk Bach mit dem Dirk-Bach-Platz, der in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses liegt. Diese Entscheidung wird als bedeutend für die LGBTQ+ Community und die kulturelle Erinnerungskultur in Deutschland angesehen. Auch mehr als zehn Jahre nach seinem Tod bleibt er als Entertainer und wichtige Figur der deutschen LGBTQ+ Geschichte in Erinnerung. Freunde und Weggefährten haben anlässlich seines zehnten Todestages den Erinnerungsband „Dear Dicki“ veröffentlicht, in dem persönliche Briefe an ihn gesammelt wurden. Sonja Zietlow äußerte in einem berührenden Brief, dass sie Bachs Lachen immer noch hört und ihn sehr vermisst.
Dirk Bachs Vermächtnis lebt weiter, nicht nur in den Erinnerungen seiner Fans, sondern auch in der Sichtbarkeit queerer Menschen in den Medien. Seine Menschlichkeit, sein Humor und sein Mut haben den Weg für nachfolgende Generationen geebnet. Als wir heute an Bachs 65. Geburtstag denken, sind wir dankbar für all das, was er für die Menschen in Köln und darüber hinaus bewirkt hat – ein Stern, der für immer leuchten wird.