In Chorweiler tut sich was! Ein neues intergenerationelles Gartenprojekt hat am Dienstag, dem 22. April 2026, seine Pforten geöffnet. Unter der Leitung von Nicolin Gabrysch, einer engagierten Natur- und Umweltpädagogin, wird hier die Aufmerksamkeit auf das Tellerkraut gelenkt – ein essbares Gewächs mit seinen charakteristischen kreisrunden Blättern, das geschmacklich an Feldsalat erinnert. Die Idee ist, das Tellerkraut nicht als Unkraut zu betrachten, sondern es sinnvoll zu nutzen.
Das Projekt trägt den vielversprechenden Namen „Garten der Generationen“ und ist eine Kooperation zwischen der Parea gGmbH und dem Seniorennetzwerk Chorweiler. Bei dem ersten Treffen wurden nicht nur die Hochbeete bestückt, sondern auch Blumenkästen auf der Terrasse neu bepflanzt. Katja Kanzler, die Teamleiterin der Parea gGmbH, sorgte dabei für die kulinarische Note mit Essig und Öl aus den Gemeinschaftsräumen.
Ein Raum für Begegnungen
Der Garten wird einmal pro Woche, dienstags von 15 bis 18 Uhr, für alle Interessierten ab sechs Jahren geöffnet sein. Insgesamt sind 20 Termine für das Projekt geplant. Nicolin Gabrysch wird den Teilnehmern nicht nur Wissen über Gartenbau und Pflanzenkunde vermitteln, sondern auch Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung aufzeigen. Mit den gemauerten Beeten und Pflanzkisten bietet der Garten eine Fülle an Möglichkeiten für kreative Projekte.
Aktuell bleibt die Teilnehmerzahl noch überschaubar, wobei vor allem Senioren den Garten besuchen. Doch die Organisatoren haben ein klares Ziel: Sie möchten auch jüngere Generationen ansprechen. Deshalb wurden bereits Kindergärten und Grundschulen kontaktiert, um die Jüngsten für das Gärtnern zu begeistern. Die Abwesenheit von Kindern und Jugendlichen bei der Premiere ist auf deren Teilnahme an der Hausaufgabenhilfe zurückzuführen, aber die Hoffnung bleibt, dass bald mehr junge Gesichter den Garten beleben.
Gemeinschaftsgärten als Experimentierfeld
Das „Garten der Generationen“-Projekt reiht sich ein in den Trend der urbanen Gemeinschaftsgärten, die seit der Veröffentlichung des Urban-Gardening-Manifests im Jahr 2014 an Bedeutung gewonnen haben. Rund 200 Projekte unterzeichneten damals das Manifest, das auch weiterhin Beachtung findet. Die Anstiftung sieht in diesen Gärten wertvolle Experimentierfelder, die für die nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft Einsichten bieten.
Gemeinschaftsgärten sind nicht nur Orte des Anbaus, sondern auch der interkulturellen Wissensvermittlung und des sozialen Austauschs. Hier wird nicht nur lokal angebaut – von alten Sorten bis hin zum Eigenbau von Insektenhotels – sondern auch ein Netzwerk aufgebaut, das die Gemeinschaft stärkt. Soziale Fragen unserer Zeit finden in diesen Gärten vielfältige Antworten und schaffen einen Raum für Begegnungen, der weit über die Grenzen des Anbaus hinausgeht.
Das Gartenprojekt in Chorweiler ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den intergenerationellen Austausch zu fördern und eine nachhaltige Nachbarschaft zu entwickeln. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Garten im Laufe der Zeit entwickeln wird und welche neuen Begegnungen und Erfahrungen er ermöglichen kann.