Heute ist der 10.06.2026 und die Baustellen in Köln scheinen kein Ende zu nehmen. Die dritte Baustufe der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn, ein gewaltiges Projekt zur Erweiterung der Stadtbahn mit einer Tunnelstrecke unter der Altstadt, bringt nicht nur die Bauarbeiter, sondern auch die Stadtverwaltung ordentlich ins Schwitzen. Kosten- und Terminprobleme schwirren durch die Luft wie die Ratten, wenn’s brennt. Die Gesamtkosten für den Ausbau auf der Bonner Straße liegen nun bei rund 160 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um satte 76 Millionen Euro, verglichen mit der Baubeschlussfassung von 2015. Das lässt selbst den optimistischsten Kölner an der Fähigkeit der Stadt zweifeln, olympische Infrastruktur und Verkehrsachsen zu organisieren.
Die geplante Bauzeit bis Ende 2028, mit einer Inbetriebnahme erst 2029, wirft Fragen auf. Mit einer Strecke von lediglich 2,1 Kilometern und vier neuen Haltestellen könnte man meinen, dass das doch machbar sein sollte. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Die Innenstadt soll ab April 2025 in einer Tunnel-Variante ausgebaut werden, doch die technische Machbarkeit sowie die Förderfragen stehen noch auf der Kippe. Das Projekt hat schließlich eine lange und kurvenreiche Geschichte. Die erste Baustufe, die die Altstadt unterquert, wurde bereits 2004 gestartet. Damals war die Welt noch eine andere und die Pläne sahen anders aus.
Olympia und die Ost-West-Achse
Ein weiteres heißes Eisen ist die Ost-West-Achse, die für die Olympia-Bewerbung von zentraler Bedeutung ist. Hier sollen 34 von 37 Haltestellen neu gebaut oder umgestaltet werden. Das hört sich einfach an, doch die Realität sieht anders aus. Zweifel an der Effizienz und Kostenkontrolle bei größeren Projekten schwirren durch die Stadt, und die aktuelle Verkehrsbaustelle steht vor einer Bewährungsprobe. Oberbürgermeister Torsten Burmester, der von 2022 bis 2024 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes war, sieht sich daher zunehmender Kritik ausgesetzt. Manche Stimmen empfehlen sogar, die Olympia-Bewerbung zurückzuziehen, um den finanziellen und organisatorischen Risiken zu entgehen. Oh je, das kann ja heiter werden!
Die Nord-Süd-Stadtbahn selbst umfasst insgesamt etwa 6,6 Kilometer, verteilt auf mehrere Baustufen. Die erste Baustufe, die bereits 2012 und 2013 in Betrieb genommen wurde, erstreckt sich über eine vier Kilometer lange Tunnelstrecke unter der Kölner Altstadt. Der Bau wurde damals durch den dramatischen Einsturz des Historischen Archivs beeinträchtigt. Aber das ist vergangen, und die Stadt hat weitergemacht – mit allerhand Schwierigkeiten. Archäologische Funde, wie ein römisches Hafentor, haben die Bauarbeiten nicht gerade beschleunigt. Aber hey, wer kann schon dem Charme der römischen Geschichte widerstehen?
Ein Blick in die Zukunft
Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) schätzen die Gesamtkosten mittlerweile auf 1,1 Milliarden Euro (Stand 2008), was für so manche Kölner ein Schock sein könnte. Die finale Inbetriebnahme der Gesamtstrecke ist für den Jahreswechsel 2031/2032 angedacht. Wenn das mal gut geht! Die Haltestellen werden auf eine Bahnsteiglänge von 90 Metern ausgelegt, um sogar Dreifachtraktionen zu ermöglichen. Aber bei der aktuellen Planung und den ständigen Verzögerungen könnte man sich fragen, ob wir bis dahin nicht alle auf Fahrrädern sitzen.
Die Bauarbeiten am Waidmarkt wurden 2020 wieder aufgenommen, mit einer Fertigstellung, die für 2032 geplant ist. Da bleibt einem nur das Kopfschütteln, während man an die Schäden denkt, die während der Bauarbeiten an zahlreichen Gebäuden entstanden sind. Ein Kirchturm hier, ein Rathausturm dort – man fragt sich, ob die Stadt nicht bald einen neuen Stadtplan braucht, um das Chaos zu bändigen.
Köln, eine Stadt im ständigen Wandel. Wird sie die Herausforderungen meistern? Oder wird sie in den Baustellen versinken? Die Zukunft bleibt ungewiss, aber eines ist sicher: Die Kölner lassen sich nicht unterkriegen. Das Leben geht weiter, auch wenn die Stadtbahn noch eine Weile auf sich warten lässt.