Es ist ein trauriger Tag für die Kölner Gastronomieszene: Die traditionsreiche Gaststätte „Op D’r Eck“ in Merkenich schließt ihre Türen für immer. Am 30. Juni 2026 ist es soweit. Nach über sechs Generationen, in denen Emil und Merle das Lokal mit Herzblut und Hingabe geführt haben, ist der letzte Vorhang gefallen. Auf Instagram beschreiben sie ihr kleines Paradies am Rhein als einen Ort der Begegnung, des Lachens und der Freundschaft. Ein Platz, an dem Geschichten erzählt, Erinnerungen geschaffen und Freundschaften geschlossen wurden.

Die Schließung bringt eine Welle der Trauer mit sich. Stammkunden teilen ihr Bedauern und erzählen von persönlichen Momenten, die sie in „Op D’r Eck“ erlebt haben. Doch die Gründe für das Aus sind bitter: Zu wenig Gäste, kein jüngeres Publikum, wirtschaftliche Probleme und Schwierigkeiten in der Küche haben das Lokal in die Knie gezwungen. Trotz der schönen Lage am Rhein und dem einladenden Biergarten, der Radfahrer und Ausflügler anlocken sollte, konnten die sinkenden Gästezahlen nicht aufgehalten werden.

Ein besorgniserregender Trend

Die traurige Schließung von „Op D’r Eck“ ist nicht das einzige Zeichen eines Wandels. Auch die Gaststätte „Zum Jan“ wird am Aschermittwoch ihre Türen schließen. Inhaber Sascha Floss-Sistemich hat dies kürzlich auf Facebook verkündet und zeigt sich reumütig. Er hofft auf Unterstützung der Gäste bis zur letzten Stunde. Ein schmerzlicher Verlust für die Kölner Gastronomie, die ohnehin unter Druck steht. Die Umsätze im deutschen Gastgewerbe sanken im ersten Halbjahr 2025 um 3,7 Prozent. Kleine, familiengeführte Betriebe wie diese leiden besonders unter den aktuellen Umständen.

Die Lage ist angespannt. Dehoga-Präsident Guido Zöllick berichtet von einer steigenden Preissensibilität bei den Kunden. Und die Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Speisen seit Januar 2024 trägt zur Flaute bei. Die Bundesregierung hat zwar eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 7 Prozent für 2026 in Aussicht gestellt, doch bis dahin wird es für viele Betriebe eine harte Zeit bleiben.

Ein ungewisser Blick in die Zukunft

Unklar bleibt, was mit dem historischen Gebäude von „Op D’r Eck“ nach der Schließung geschehen wird. Vielleicht wird es eines Tages unter neuer Führung wieder aufblühen, wie es bei „Zum Jan“ der Fall sein könnte. Jan van Werth plant eine Wiedereröffnung, doch das bleibt abzuwarten. Der Wandel in der Kölner Gastronomieszene ist deutlich spürbar, und die Schließungen dieser beiden Traditionsgaststätten sind nur die Spitze des Eisbergs.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Emil und Merle haben auf ihrem Abschiedsplakat ihre Dankbarkeit für die gemeinsamen Stunden ausgedrückt. Ja, es ist ein schmerzlicher Abschied, aber vielleicht bleibt die Hoffnung, dass andere, neue Orte der Begegnung entstehen. Orte, die das, was „Op D’r Eck“ und „Zum Jan“ einst waren, in neuer Form weiterführen. Irgendwie bleibt es spannend – und gleichzeitig traurig. Nur die Zeit wird zeigen, was geschieht.