In einer aktuellen politischen Aktion hat die CDU den AfD-Abgeordneten im Bundestag die Broschüre „Abstieg für Deutschland“ zugeschickt. Diese Maßnahme, die von einer Sprecherin der CDU bestätigt wurde, hat bereits für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Hintergrund der Aktion ist ein Video, in dem Bernd Baumann, der AfD-Fraktionsgeschäftsführer, ein Exemplar der Broschüre in der Zentrale der CDU abholt. Die CDU möchte den AfD-Abgeordneten damit den Weg zur eigenen Zentrale ersparen und bietet die Broschüre als „kleinen Service“ an. In einem Begleitschreiben wird betont, dass politische Verantwortung auch bedeutet, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen. Schließlich kann sich niemand im Bundestag glaubwürdig herausreden, nicht über die Kräfte und Netzwerke in seiner eigenen Partei informiert zu sein.

Die Broschüre selbst ist ein 34-seitiges Dokument, das die AfD als Gefahr für die Demokratie darstellt. Die CDU wirft der AfD vor, auf die Abschaffung der Demokratie hinzuarbeiten und beschreibt die Partei als völkisch und antisemitisch. Dies wird mit Äußerungen prominenter AfD-Vertreter und Einstufungen einzelner Landesverbände als rechtsextremistisch durch Verfassungsschutzbehörden untermauert. Eine Vorlage für ein Austrittsschreiben aus der AfD ist der Broschüre beigefügt – sozusagen ein kleines Geschenk für all jene, die sich von der AfD distanzieren möchten.

Die Reaktionen der AfD

Die Reaktionen aus der AfD ließen nicht lange auf sich warten. Bernd Baumann bezeichnete die Broschüre als „Lügenpamphlet“ und „Scherzbriefchen“. Er kritisiert, dass die CDU angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Herausforderungen in den Sozialsystemen falsche Prioritäten setze. Die AfD-Bundestagsfraktion bestätigte den Eingang der Broschüren und meldete rechtliche Schritte gegen die CDU an. Tobias Teich, ein Bundestagsabgeordneter der AfD, hat Anzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung erstattet. Die CDU hingegen reagierte auf Baumanns Video mit einer Mitteilung, in der sie seine Reaktion als übertrieben bezeichnete.

Die Broschüre ist auch online als PDF verfügbar und hat bereits mehr als 25.000 Bestellungen über den parteieigenen Shop erhalten, was wohl auch zu mehrfachen Nachdrucken geführt hat. In der Broschüre wird ein klarer Unterschied zwischen der CDU und der AfD gezogen. Während die CDU für „gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Pflichten“ einsteht, wird der AfD vorgeworfen, politische Gegner zu Feinden zu erklären und die deutsche Demokratie zu zersetzen. Die Verwendung des Begriffs „Altparteien“ wird als Angriff auf die Daseinsberechtigung anderer Parteien kritisiert, und es wird behauptet, dass die AfD einen Ein-Parteien-Staat anstrebe – ganz im Sinne der DDR oder des Nationalsozialismus.

Ein Blick auf die Hintergründe

Die Broschüre ist nicht nur ein politisches Dokument, sondern auch ein Ausdruck der zunehmenden Spannungen zwischen der CDU und der AfD in Deutschland. Die Vorwürfe gegen die AfD, sie wolle gegen die Meinungsfreiheit, den Rechtsstaat und eine Kultur des Kompromisses agieren, sind schwerwiegend und werfen ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Debatten, die hierzulande geführt werden. Die CDU sieht sich in der Verantwortung, ihre Position klar zu definieren und sich von extremistischen Tendenzen abzugrenzen.

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Ob diese Aktion der CDU tatsächlich Wirkung zeigt und einige Abgeordnete zum Umdenken anregt, bleibt abzuwarten. Die politische Landschaft in Deutschland ist in Bewegung, und die Auseinandersetzung zwischen den Parteien wird wohl noch einige Zeit für Diskussionsstoff sorgen. Eines ist jedoch klar: Die Broschüre hat bereits für reichlich Aufregung gesorgt und wird sicher nicht die letzte Runde in diesem politischen Schlagabtausch sein.

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