Heute ist der 25.05.2026. In Köln blickt man zurück auf eine bewegte Zeit unter Trainer Steffen Baumgart. Er kam, als der 1. FC Köln in einer Zwickmühle steckte – Relegation. Das war 2021, und was folgte, war eine Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht vergessen wird. Baumgart, ein Mann der klaren Worte und der ehrlichen Ansprache, hat in seiner Zeit viel bewirken können, das steht fest.
Im April 2023, nach einer unglücklichen Niederlage gegen Heidenheim, wurde er bei Union Berlin freigestellt. Dabei hatte er erst im Januar seinen Vertrag verlängert. Komisch, oder? So schnell kann’s gehen im Fußballgeschäft. In einem Podcast mit dem Titel „Steffen Baumgart: So privat wie nie zuvor“ öffnete er sich über seine Erfahrungen als Trainer, und das war alles andere als gewöhnlich. Baumgart erzählte von seiner Ankunft in Köln, wo die Mannschaft in der Relegation steckte und alle Hände voll zu tun hatten.
Ein Jahr voller Emotionen
Seine erste Kaderbesprechung war ein echter Augenöffner. Da saßen sie, die Spieler, und Baumgart diskutierte offen über deren Schwächen. Man könnte meinen, das sei das Rezept für Misserfolg. Doch ein Jahr später war diese gleiche Mannschaft im Europapokal. Das nenne ich mal eine Wende! Baumgart hat einen klaren Fokus auf Offenheit und Vertrauen gelegt. Für ihn sind die Spieler nicht nur Athleten, sondern Menschen. Er braucht den persönlichen Kontakt, um auch die sportliche Leistung zu fördern. Denn, seien wir ehrlich, wer kann schon gut spielen, wenn das menschliche Miteinander nicht stimmt?
Baumgart ist ein Typ, der die Spieler als Menschen kennenlernen will, bevor er sie bewertet oder aufstellt. Er schätzt die menschliche Seite, auch wenn das bedeutet, einen talentierten Spieler nicht auf das Feld zu schicken. Ein interessanter Ansatz, den nicht jeder Trainer verfolgt. In seinen emotionalen Ansprachen, wie etwa vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach, hat er die Spieler mitgerissen – auch wenn das Spiel am Ende mit einer 2:5-Niederlage für den FC endete. Manchmal hat man einfach nicht das Glück auf seiner Seite.
Die Kunst der Ansprache
Seine Ansprache vor dem Derby ging viral. Klar, Emotionen wecken – das können viele Trainer. Aber Baumgart hat es geschafft, sich weiterzuentwickeln. Er hat erkannt, dass nicht jede Situation einen lauten Aufruf braucht. Die Ansprache muss zur aktuellen Lage passen. Manchmal sind es die leisen Worte, die die tiefste Wirkung haben. Ein Trainer muss flexibel sein, und das hat Baumgart eindrucksvoll gezeigt.
In der heutigen Fußballwelt, wo alles so schnelllebig und oft auch unpersönlich wirkt, ist es erfrischend zu sehen, dass jemand wie Baumgart die menschliche Komponente in den Vordergrund stellt. Er möchte, dass die Spieler ihn positiv in Erinnerung behalten. Das ist in der heutigen Zeit eine Seltenheit, und genau das macht ihn zu einem außergewöhnlichen Trainer.